WhatsApp Irmgard 24.03.2018

Hi, alle miteinander. Das war’s – der Diplomkursbericht ist ABGESCHICKT!! Gerade ist er fertig geworden. Leider mit „Sonntags“ Arbeit (ist ja bei uns Samstag). Aber ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen. Mein Assistent Barnabas und ich sind ja seit Dienstag schon hier, aber ich selbst bin trotz ständiger Beschäftigung noch NICHT zum Vorbereiten des Kurses gekommen, jedenfalls nicht am Computer. Zum Glück ist Barnabas nun schon zum dritten Mal dabei, und hat ganz ungefragt all die richtigen Sachen gemacht, so dass 60% des Kurses dennoch vorbereitet sind. Ab morgen muss ich mich dann ‚ranhalten. Und was hab‘ ich gemacht? Als hätten die Leute grad auf mich gewartet, gabäs fast ein Seelsorge-Gespräch nach dem Anderen, und auch an Vorbereitung und Langzeitplanung für den Diplomkurs und seine Entwicklung ist Einiges geschehen. Soviel, dass ich es hier kaum wiedergeben kann. Will das mal in Form von Gebetsanliegen versuchen. Doch vorher kurz noch zur vorherigen Mail:

1. Junu geht es deutlich besser nach ihrer Operation. Sie wird morgen aus dem Krankenhaus entlassen.

2. Das Selbstmord-Präventations-Training verlief gut, wir wollen es in unser Kursprogramm aufnehmen und damit in die Dörfer gehen.

Und nun zu uns hier:

1. Betet ganz kräftig mit für eine der lokalen Gemeinden hier am Ort. Es gab einen bösen Vorfall, mit dem m.E. recht gut umgegangen wurde, aber dennoch kam es halt zu persönlichen Verletzungen. Der Vorfall hatte nicht direkt mit der Gemeinde zu tun, aber die beiden Parteien waren jeweils direkte Verwandte der beiden Haupt-Pastoren, und das bedeutet hier viel. Beide nahmen es persönlich. Es fielen böse Worte auf unguten Boden, mit dem Ergebnis dass beide jetzt schwer verfeindet sind, und seitheer nicht mehr miteinander geredet haben. Die Gemeinde reagierte typisch asiatisch, hat beide erst mal für 6 Monate (!) des Amtes enthoben und steht nun ohne Leiter da!

Mit mir/uns hat das Folgendes zu tun: der eine Pastor ist ein enger Freund von mir. Der zweite Teilnehmer unseres Diplomkurses. Weitere Personen, die damit zusammenhängen, sind auch eng mit dem Kurs verwoben. Wir haben also nun alle die wunderbare Chance Konflikt-Lösung und Vergebung zu praktizieren! (Haben wir im Kurs schon behandelt). Spaß beiseite: Betet hier bitte mit dafür. Für die ursprünglich Betroffenen, für die zwei Pastoren als Folge-Betroffenen, für die ganze Gemeinde in dieser Situation, für unsere Kursteilnehmer, die ganz nahe an der Sache dransein werden, und nicht zuletzt für mich, die ich u.U. mit fast allen Beteiligten Einzelgespräche haben werde! Vier Personen haben mich diesbezüglich schon aufgesucht … .

2. Übermorgen geht der Kurs los. Morgen gibt’s noch viel Praktisches vorzubereiten – ich hoffe, dass das alles gut geht. Sowohl Barnabas‘ als auch mein eigener Laptop hatten zwischenzeitlich ihren Geist aufgegeben – beides Mal erlebten wir Wunder: beide Laptops gingen nach Gebet wieder! Aber ein bischen unruhig macht das doch. Morgen sind auch vier unserer Studenten unterwegs auf Nepal’s Straßen, plus meine – hoffentlich – Nachfolgerin Karuna, die für eine Woche mit dabeisein wird.

3. Was mich zum nächsten Punkt bringt: Zukunftsentwicklungen unseres Diplomkurses. Beim Beurteilungsbesuch im letzten Juli wurde uns von der indischen Uni ganz stark ans Herz gelegt, den Kurs als Masterskurs weiterzuentwickeln. Ich nahm das nicht ganz ernst – wie sollen wir als kleines ECTC einen Masterskurs anbieten ??? Außerdem will ich ja den Schwerpunkt gerade auf dem hohen praktischen Anteil der Ausbildung lassen, und nicht akademisch werden! Nun ist aber vorletzte Woche Dr. Abraham, der wohl am höchst-angesehenste Theologe ganz Nepals – Vorstand der vor zwei Jahren gegründeteten „Theologische Association in Nepal“ an uns herangetreten, einer Vereinigung der (bisher) 5 größten theologischen Ausbildungsstätten Kathmandus. Sie planen, gemeinsam einen neuen Kurs zu beginnen, nämlich „Masters in Theologie und Seelsorge (Counselling)“, sowohl als Unikurs in Kathmandu, als auch als Fernkurs. Sie hätten von uns gehört. Ob wir von ECTC uns vorstellen können, die Verantwortung für den Seelsorgeteil zu übernehmen???

Ich glaubte ja, ich hörte nicht richtig!! Zugesagt ist nun also mal noch nichts, ich persönlich werde an dem Ganzen nicht beteiligt sein, aber Karuna hat sehr wohl das Kaliber diese Arbeit neben der Fortführung des Diplomkurses in Angriff zu nehmen. Bitte betet doch mal für das alles. Sie hat in dem Zusammenhang auch den Antrag bekommen, die Vorstandstelle des Vereins anzunehmen, wenn der gegenwärtige in 2 Jahren aufhört. Das ließe sich u.U. mit einer Anstellung bei uns vereinen, aber eben nur u.U. In diesem Zusammenhang steht also nun an:

4. Karuna’s Kommen morgen, ihr Unterrichten plus grundlegende Gespräche mit ihr in dieser ersten Woche. Sie muss sich bald entscheiden wo ihr Platz ist und sie sich einbringen will. Auch ob sie ECTC und unseren Kurs in die oben angedeutete Richtung führen will.

5. Dr. Abraham’s Kommen in der Woche drauf und sein Unterrichten bei uns. Er will sich in Bild machen davon, ob wir wirklich so gut sind wie er gehört hat.

6. Als nächstes Großprojekt neben dem Kurs steht für mich nun die Zusammenarbeit mit der indischen Uni in Serampore an. Wir müssen unseren Akkreditierungsvertrag austüfteln. Um uns akkreditieren zu können, muss die Uni gut 80% ihrer Regeln brechen, weil wir halt so ganz anders sind als alle Anderen. Wir wollen uns natürlich auch so weit wie es irgend geht anpassen, um ihnen das leichter zu machen. Das größte Problem ist Kommunikation und Zeit auf beiden Seiten. Ich habe sie in den vergangen 3 Wochen 3x kontaktiert und noch keine Antwort erhalten …

7. Und zuletzt, aber auch ganz wichtig: unsere Studenten. Sie gehen dem eingangs beschriebenen Konflikt entgegen, und ich präsentiere sie dieses Mal mit gleich 3 ein-Wochen-Besuchern (die letzte Woche kommt eine junge Frau, die u.U. später als Leiterin neben Karuna in Frage kommt. Falls wir wirklich Richtung Masters gehen wollen, brauchen wir mehr Personal. Ich will sie mir in der letzten Woche anschauen). All dies kann das Gleichgewicht in der Gruppe ganz schön stören.

8. Selbst brauche ich viel Stamina, und eine ganz gehörige Portion an Selbstdisziplin und Frohsinn, und ganz dichtes Dranbleiben an Jesus, um dem enormen Ansprüchen gerecht zu werden, die diese nächste Woche auf mich zukommen. Bin sehr dankbar für Barnabas, der mir so verläßlich zur Seite steht.

So, danke für Eure Geduld im das Alles lesen!!

Karuna mit ihrem Sohn. Das nächste Kind is unterwegs …

Barnabas beim Email Schreiben an seine Frau, die alleine zu Hause sitzt!

United Mission Hospital Tansen

DPHM Studentengruppe